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Planung, Bau eines Terrariums

Hund, Katze, Kaninchen, Vögel und Meerschwein - Tiere, die auf den ersten Blick kaum etwas miteinander teilen. Bei genauer Betrachtung fällt eine Gemeinsamkeit auf, es handelt sich um typische Haustiere. Wie aus einer Studie des GfK Panel Services Deutschland aus dem Jahr 2010 hervorgeht, sind es vor allem Hund und Katze, die sich besonderer Beliebtheit erfreuen. Insgesamt, so das Studienergebnis, kümmern sich rund 15 Mio. Haushalte um mindestens einen Vierbeiner.

Neben den klassischen Haustieren wächst die Zahl der Haushalte, in denen Reptilien und Insekten gehalten werden. Gründe dafür gibt es viele. Einerseits übt die Exotik der Tiere einen gewissen Reiz aus. Auf der anderen Seite ist es oft das Interesse an bestimmten Arten, welches den Entschluss zur Haltung von Reptilien oder Insekten heranreifen lässt.

Auf welcher Grundlage man sich auch für deren Haltung entscheidet - einige Bedingungen sind wesentliche Voraussetzung für deren artgerechte Unterbringung. Dazu gehören zuallererst die nötige Sachkunde und ein passendes Terrarium.

Terrarien - ein Mikrokosmos

Das Terrarium ist einer der ersten praktischen Schritte für die Haltung von Echsen, Schlangen und Co. Leider machen sich Einsteiger häufig zu wenige Gedanken um dessen Dimensionierung und Ausgestaltung. Dabei muss jedem Terrarianer ein grundlegendes Anliegen klar sein: Ein Terrarium bildet den Lebensraum der darin gehaltenen Tiere ab, es ist die Basis einer artgerechten Haltung. Hierzu gehören - neben dem klimatischen Aspekt - Abmessungen und eine Ausstattung, die sowohl der Größe als auch der Lebensweise gerecht werden. Letzten Endes ist das Terrarium nichts anderes als ein Mikrokosmos, dessen Ausgestaltung die Gesundheit und Lebensdauer der Tiere maßgeblich beeinflusst.

Terrarienarten - wer lebt wo?

Eine artgerechte Haltung steht mittlerweile nicht mehr nur für zoologische Gärten im Vordergrund. Terrarianer verfolgen diesen Grundsatz mit ähnlicher Energie - auch mit dem Ziel eines möglichen Zuchterfolgs. Je nach Art der Tiere bzw. Biotope, in denen Echsen, Schlangen und Amphibien ihre ökologische Nische gefunden haben, unterscheiden sich die Formen gängiger Terrarien.

Grundsätzlich werden in der Terraristik zwei Grundformen unterschieden - und zwar Trocken- bzw. Feuchtterrarien. Aufgrund der Vielfalt verschiedener Lebensräume können die Übergänge fließend sein. So fasst das Trockenterrarium (oft für Echsen und Schlangen genutzt) beispielsweise

  • Sand- und Steinwüsten
  • Halbwüsten
  • Steppen und Savannen
  • oder mediterrane Lebensräume zusammen.

Im Bereich der Feuchtterrarien ist das Tropen-/Regenwaldterrarium eine häufig anzutreffende Form. Darüber hinaus gehören

  • das Paludarium (Gestaltung einer Sumpflandschaft)
  • das Riparium (Gestaltung einer Uferzone)
  • das Rivarium (Gestaltung fließender Gewässer, auch Bachlaufterrarium)

zu den Feuchtterrarien bzw. in die Gruppe der Aquaterrarien für diverse Amphibienarten und auch Schlangen. Die Übergänge sind speziell im Bereich der Feuchtterrarien recht unscharf, da einzelne Terrarien im weitesten Sinne dem Regenwald zuzuordnen sind, im engeren Sinne aber dem Riparium entsprechen können.

Ein Grundsatz gilt aber immer: Das Terrarium muss in Ausstattung und Klimazone zu den Bewohnern passen. So dürften sich Bartagamen der Art Pogona henrylawsoni (Halbwüstenbewohner) in einem Paludarium alles andere als wohlfühlen.



Terrarium: Einrichtung und Größe

Die Entscheidung für bestimmte Echsen, Schlangen oder Amphibien beeinflusst nicht nur das Biotop, welches das Terrarium abbildet, sondern sowohl die Größe als auch dessen Einrichtung. Terrarianer müssen nicht nur den Lebensraum, sondern auch die Lebensweise ihrer Schützlinge im Hinterkopf haben, wenn es um die Planung geht.

Für Baumbewohner ist beispielsweise die Höhe entscheidend, reine Bodenbewohner brauchen eher eine größere Grundfläche. Zudem muss sich jeder Terrarienfan im Klaren darüber sein, dass Tiere wachsen. Ein Terrarium, welches heute in etwa ausreicht, kann in wenigen Jahren viel zu klein für eine artgerechte Haltung sein. Für die genaue Größe eines Terrariums sind letztlich viele Faktoren entscheidend. Neben der Art gehören dazu die Anzahl der Exemplare, die im Terrarium unterzubringen sind sowie deren Körpergröße.

Als Einsteiger sollten man sich zu diesen Punkten bereits vorab Gedanken machen. Andernfalls muss später ein zu kleines Terrarium gegen eine größere Variante ausgetauscht werden. Ein Umstand, welcher letztlich doppelte Kosten verursacht.

Tipp: Mittlerweile ist der Erfahrungsschatz in der Terraristik so groß, dass sich für fast jeden Terrarienbewohner der Platzbedarf und damit die Abmessungen für eine artgerechte Haltung vor dem Terrarienkauf ermitteln lassen.

Das Terrarium selbst ist aber nur der erste Schritt. Auch die Einrichtung spielt eine Rolle. Je nach Lebensweise und ökologischer Nische benötigen dessen Bewohner Klettermöglichkeiten, Verstecke, zusätzliche Wärmequellen usw. Die Liste der Dinge, welche zur Einrichtung eines Terrariums gehören, ist lang. Als Terrarianer sollte aber auch an die Tatsache denken, dass ein Terrarium hin und wieder zu reinigen ist. Nur einwandfreie hygienische Verhältnisse stellen - neben den optimalen Lebensbedingungen - eine gesunde Entwicklung von Echsen, Schlangen oder Amphibien sicher. Nachlässigkeiten können zum Pilz- oder Schädlingsbefall, gesundheitlichen Beeinträchtigungen und dem Ableben der Exoten führen.



Hinweis: Ein Großterrarium mit mehreren Quadratmetern Grundfläche oder Terrarienwände bringen mitunter ein erhebliches Gewicht auf die Waage. Als Terrarianer ist es in diesem Zusammenhang sinnvoll, deren Auswirkungen auf die Statik tragender Elemente usw. nicht aus den Augen zu verlieren, da sich das Gewicht teilweise nur auf eine geringe Fläche konzentriert. Nicht jeder Boden ist für solche Belastungen grundsätzlich geschaffen.

Wer das Terrarium endlich sein Eigen nennen kann, muss sich im Anschluss ums Einrichten kümmern. Und braucht dafür wiederum Utensilien, die sich in Art und Umfang nach der Form des Terrariums unterscheiden.

Klima im Terrarium

Einer der wichtigsten Aspekte im Terrarienbau bzw. dessen Betrieb ist das Mikroklima. Je nach abzubildendem Lebensraum reicht die Palette vom Wüstenklima bis zum tropischen Regenwald. Speziell in Aquaterrarien spielen die Luftfeuchtigkeit und Wasserstellen eine besondere Rolle, was auch bautechnisch zu einer Herausforderung wird. Anders als in der Aquaristik setzen viele Terrarianer einen Mix aus verschiedenen Baustoffen ein, darunter auch Holz. Letzteres neigt unbehandelt dazu, bei hoher Luftfeuchtigkeit zu schimmeln - mit erheblichen Folgen.

Als Terrarianer ist deshalb nicht nur auf die Dichtheit des Terrariums nach außen zu achten. Es ist zwingend notwendig, auch den Innenraum in entsprechender Weise zu behandeln - etwa durch eine Beschichtung der Hölzer oder den Wechsel auf feuchtigkeitsunempfindliche Materialien. Ein Aspekt, der auch für eventuell zum Einsatz kommende Gegenstände mit Metall gilt. Letzteres sollte ein hohes Maß an Korrosionsbeständigkeit mitbringen.

Tipp: Die Dichtheit eines Terrariums muss - speziell im Bereich der Aquaterrarien - immer gewährleistet sein, da es andernfalls zu Wasserschäden in betroffenen Räumlichkeiten kommen kann. Grundsätzlich sollte vor dem Besatz mit Tieren ein Probelauf stattfinden. Wer einen Glaskorpus als Grundlage für sein Terrarium nutzt, kann mit ein wenig Wasser vor dem Einrichten einfach einen Probelauf starten.

Terrarium - Anschaffungskosten und laufender Betrieb

Der Wunsch nach einem Terrarium ist eine Sache, dessen Anschaffung und der Unterhalt aber etwas anderes. Dabei neigen gerade Laien dazu, die Anschaffungs- und Betriebskosten in einem falschen Verhältnis zubetrachten. Hintergrund: Im Fachhandel kann ein Terrarium inklusive Einrichtung und Bewohner schnell den Rahmen vierstelliger Summen sprengen. Dieser „relativ“ leicht messbare finanzielle Aufwand verdeckt die laufenden Kosten. Je nach Art des Terrariums können die Betriebskosten im Lauf der Jahre die Anschaffungskosten übersteigen. Dabei sind der Stromverbrauch und das Futter treibende Faktoren. Beispielsweise muss ein Wüstenterrarium nicht nur beleuchtet, sondern in der Regel auch beheizt werden - an fast 365 Tagen im Jahr.

Verbraucht das Terrarium beispielsweise pro Stunde 140 Watt (an 11 Stunden täglich), ergibt sich daraus ein monatlicher Verbrauch von 46,2 kW. Zieht man einen durchschnittlichen Strompreis von 25,7 ct/kWh heran, ergeben sich daraus monatliche Kosten von 11,87 Euro. Allein der jährliche Stromverbrauch würde sich damit auf Kosten von 142,44 Euro summieren. In welcher Relation dazu stehen die Anschaffungskosten?

Generell entscheidet die Größe wesentlich über den Anschaffungspreis. Während einfache und kleine Exemplare bereits für unter 100 Euro zu haben sind, erreichen Großterrarien schnell mittlere drei- bis vierstellige Summen - nur für den Korpus. Hinzu kommen noch Einrichtung, Licht- und Wärmequellen usw.

Beispielrechnung für ein Terrarium (ca. 100 - 150 cm lang):

  • Terrarium (Korpus)                                                  200 Euro - 300 Euro
  • Einrichtung (Auskleidung, Verstecke usw.)               100 Euro - 150 Euro
  • Licht- und Wärmequellen                                          50 Euro - 100 Euro
  • sonstige Technik                                                        50 Euro - 100 Euro
  • Summe                                                                                  400 Euro - 650 Euro

Hinweis: Die tatsächlichen Kosten hängen stark von der individuellen Gestaltung des Terrariums ab, können sowohl unter dem Ergebnis der Beispielrechnung als auch darüber liegen.

Die laufenden Kosten können angesichts der Beispielrechnungen jene Kosten, welche durch die Anschaffung entstanden sind, bereits nach wenigen Jahren eingeholt haben. Entgegenwirken können Terrarianer diesem Trend unter anderem durch den Einsatz energiesparender Technik oder einer Dämmung des Terrariums nach außen. Niedrige Wärmeverluste senken schließlich den Stromverbrauch. Das Wohl der Tiere muss aber grundsätzlich im Vordergrund stehen. Es macht wenig Sinn, artungerechte Haltungsbedingungen zu schaffen, nur um wenige Euro einzusparen. Und auch bei der Verwendung von Materialien aus der heimischen Natur muss Augenmaß bewiesen werden, um keine Parasiten oder Keime in das Terrarium einzuschleppen.

Fazit: Die Kosten fürs Terrarium nicht unterschätzen

Wer sich mit dem Gedanken an die Anschaffung eines Terrariums befasst, hat vor allem das Ergebnis vor Augen. Aufgrund der Kosten - sowohl für die Anschaffung als auch den Betrieb - sollte man als angehender Terrarianer den finanziellen Aspekt nicht vergessen. Denn neben der ganzen „Hardware“, welche für das Terrarium nötig ist, muss es mit Leben gefüllt werden. Hier warten zusätzliche Kosten, die sich je nach Art der geplanten Bewohner durchaus auf einen hohen drei- bis niedrigen vierstelligen Betrag belaufen können. Es ist daher ratsam, im Zuge der Vorbereitungen einen Kostenplan aufzustellen. Andernfalls droht mit dem Terrarium die eine oder andere böse Überraschung.

Redaktioneller Hinweis

Diese Informationen wurden Ihnen von der Redaktion des Vergleichsportals www.kreditvergleich.org zur Verfügung gestellt. Das Internetportal, das zum Portfolio der Aslander & Fromeyer Vergleichsportale gehört, vergleicht die tagesaktuellen Kredit Konditionen sämtlicher Banken.