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Martinique-Baumvogelspinne: Haltung im Terrarium

Du interessierst Dich für Vogelspinnen? Dann ist die Martinique-Baumvogelspinne vielleicht genau das richtige für Dich. Ein echter Hingucker im Terrarium, stellt sie relativ moderate Anforderungen an Platzangebot und Klima. Wie Du Caribena versicolor artgerecht im Terrarium hälst, erfährst Du hier.
Die Martinique-Baumvogelspinne trägt ihr Herkunftsgebiet gleich im Namen. Ebenso wie ihren Lebensraum. Die Vogelspinne lebt auf der karibischen Insel Martinique ebenso wie auf Guadeloupe, und zwar mehrere Meter über dem Erdboden auf Bäumen. Dort spinnt sie sich ein Wohngespinst in den Furchen der Rinde, Astlöchern, zwischen Ästen und Blättern. Auf ihr herausragendstes Merkmal geht der wissenschaftliche Name Caribena versicolor ein. Das lateinische Wort versicolor bezeichnet eine Farbumkehrung. Im Falle der Martinique-Baumvogelspinne ist damit die auffällige Färbung gemeint, die die Spinnen sowohl als Jungtiere als auch im adulten Stadium zeigen. Wenn auch je ganz verschieden. So sind junge Spinnen hellblau gefärbt mit einem wespenartigen Streifenmuster am Hinterleib. Ausgewachsene Tiere verfügen über eine schwarze Grundfärbung mit violetter bis rötlicher Behaarung an Hinterleib und Extremitäten, während die Oberseite des Vorderkörpers grün schimmert.

Martinique-Baumvogelspinne: Artgerechtes Terrarium

Egal ob Jungtier oder adulte Spinne, mit der auffallenden Färbung sind die Tiere ein echter Hingucker. Darüber hinaus sind sie ausgesprochen friedlich: Auch bei Provokation zieht die Martinique-Baumvogelspinne in der Regel die Flucht dem Angriff vor. Erst wenn dieser Weg versperrt ist, beschießt sie den Angreifer mit Kot und den Brennhaaren am Hinterleib. Zu Bissen kommt es äußerst selten. Zusammen mit der geringen Größe von ca. 6 cm bei adulten Weibchen machen diese Eigenschaften die Martinique-Baumvogelspinne zu einem beliebten Tier für die Haltung im Terrarium.

Mindestgröße

Martinique-Baumvogelspinnen sind Einzelgänger und können daher hervorragend alleine gehalten werden. Angesichts der geringen Größe kommt man so mit ausgesprochen wenig Platz aus. Maß aller Dinge ist hier das adulte Weibchen, das größer wird als die Männchen. Ein Terrarium in der Größe 25 x 25 x 40 cm (L x B x H) ist für ein solches Tier ausreichend. Während bodenbewohnende Spinnen sich in einem würfelförmigen Terrarium wohlfühlen, fällt hier die relativ große Höhe auf. Diese ist der Tatsache geschuldet, dass es sich bei Martinique-Baumvogelspinnen um baumbewohnende Tiere handelt, die im natürlichen Lebensraum an Bäumen einige Meter über dem Erdboden leben, den sie eher selten aufsuchen.

Einrichtung

Das Herkunftsgebiet und die Lebensweise der Martinique-Baumvogelspinnen geben auch die artgerechte Einrichtung des Terrariums vor. Als Bodengrund eignen sich Waldboden, Kokoshumus oder ein Gemisch daraus. Eine Substrathöhe von 5-6 cm ist dabei ausreichend. Wie gesagt leben die Tiere auf Bäumen und kommen selten nach unten. Anders als andere Vogelspinnen graben sie sich auch nicht ein. Die größte Bedeutung kommt dementsprechend dem Vorhandensein von ausreichend Kletterästen zu. Rindenstückchen und Korkröhren werden weniger als fertige Verstecke genutzt, als vielmehr zum Aufhängen des Wohngespinstes in den so entstehenden Furchen und Nischen. Bepflanzung kann das Angebot an günstigen Plätzen erweitern. Auf keinen Fall fehlen darf eine Wasserschale. Übrigens: Die Martinique-Baumvogelspinne ist nicht nur ein exzellenter Kletterer, sondern auch ein guter Springer und dabei auch noch schnell. Eine Abdeckung fürs Terrarium ist unverzichtbar. Gaze macht die Lüftung und auch Beleuchtung dabei etwas einfacher als eine Glasabdeckung.

Temperatur, Beleuchtung, Luftfeuchtigkeit

Entsprechend des Ursprungsgebiets sollte die Temperatur im Terrarium für die Martinique-Baumvogelspinne zwischen 25-29 °C liegen. Da in der Natur die Wärme mit dem Licht verbunden ist und immer von oben kommt, empfiehlt es sich, die richtige Temperatur mithilfe eines Spotstrahlers herzustellen. Wer dennoch lieber auf Heizmatte oder Heatpanel zurückgreift, sollte wenn möglich auch dann für Wärme von oben sorgen und die Heizquelle am Deckel anbringen. Egal für welche Heizquelle man sich aber entscheidet: Die Anbringung sollte immer außerhalb des Terrariums erfolgen. So sind die Spinnen vor Verbrennungen geschützt. Es ist außerdem darauf zu achten, dass nur eine Ecke des Terrariums erwärmt wird, damit es zu einem Temperaturgefälle kommen kann. So kann die Spinne immer die Temperaturzone aufsuchen, die für sie gerade passt. Insbesondere ihre Wohnhöhle darf nicht direkt beheizt werden.
Für die dämmerungs- und nachtaktiven Vogelspinnen spielt die Beleuchtung keine große Rolle. Wer mit Spotstrahler heizt, erreicht den Tag-Nacht-Rhythmus durch Ausschalten der Lampe am Abend, wenn die Temperaturen um ein paar Grad sinken müssen. Wer mit Heizmatte oder Heatpanel heizt, erreicht die kühleren Temperaturen ebenfalls durch Ausschalten, in diesem Fall sollte der Tag-Nacht-Wechsel im Raum für ausreichend Beleuchtung sorgen.
Von besonderer Bedeutung hingegen ist die richtige Luftfeuchtigkeit, da die Tiere ansonsten schnell austrocknen. Die Wasserschale, ein großenteils eher feuchter Boden und ein Besprühen von Einrichtung und Gespinst mit einer Sprühflasche zwei- bis dreimal die Woche sorgt für die nötigen Werte um die 70 %.
Für die Kontrolle der Werte kommt die übliche Mess- und Regeltechnik zum Einsatz. Da die Martinique-Baumvogelspinne Fehler insbesondere bei Temperatur und Luftfeuchtigkeit nicht gnädig verzeiht, sollte man eine Automatisierung der Vorgänge in Betracht ziehen, um insbesondere ein Überhitzen und Austrocknen des kleinen Terrariums zu verhindern. Ein heißer Sommertag kann ansonsten schon schnell zur Gefahr werden, wenn man den ganzen Tag auf der Arbeit ist.

Reinigung

Kot-, Futter- und Häutungsreste sind regelmäßig zu entfernen, die Wasserschale ist stets sauber zu halten und frisch zu befüllen. Ansonsten sorgt eine Reinigung der Scheiben mit Dampf oder warmem Wasser einmal die Woche für einen guten Blick ins (und aus) dem Terrarium. Reinigungsprodukte müssen immer aus dem Fachhandel stammen. Ist der Bodengrund deutlich verschmutzt, sollte er erneuert werden.

Ernährung: Das frisst die Martinique-Baumvogelspinne

Die Martinique-Baumvogelspinne frisst im Grunde alles, was von der Größe her passt. Die Beute sollte nicht größer sein als der Vorderleib der Spinne. In der Regel werden das entsprechend große Futterinsekten wie etwa Heimchen, Grillen und Heuschrecken sein. Bevorzugt werden offenbar fliegende Insekten. Da können die schnellen Jäger und geschickten Springer ihr ganzes Können zeigen, was auch schön zu beobachten ist. Andererseits kann man durch das Füttern mit Futterpinzette seinem Tier ein wenig näher kommen. Ansonsten sollte die scheue Spinne nämlich am ehesten in Ruhe gelassen werden. Wichtig ist, nicht zu viel zu füttern! Adulte Spinnen kommen sehr lange Zeit ohne Nahrung aus. Erhalten sie zu schnell zu viel, schwillt der Hinterleib an und kann im Extremfall platzen. Eine tödliche Gefahr für Deine Spinne. Alle zwei bis drei Wochen zu füttern, hat sich in den meisten Fällen bewährt. Behalte den Appetit und das Hinterteil Deiner Spinne im Auge, dann wird sich der richtige Rhythmus einpendeln. Jungtiere sollten allerdings regelmäßig ein- oder zweimal die Woche gefüttert werden. Denn sie können die Nährstoffe nicht so lange speichern wie adulte Tiere und brauchen diese dringend für ihre Entwicklung.

Fortpflanzung und Zucht der Martinique-Baumvogelspinne

Wer möchte, kann seine Martinique-Baumvogelspinne natürlich auch vermehren. Die Paarung verläuft in der Regel problemlos. Etwa acht Wochen später baut das Weibchen dann einen Kokon, der je nach Alter der Spinne zwischen 50 und 300 Eier enthält. Nach weiteren acht Wochen verlassen die Spiderlinge den Kokon. Die Aufzucht ist in der Praxis nicht ganz so problemlos, viele Jungtiere versterben häufig ohne offensichtlichen Grund. Vermutlich liegt es an falschen Parametern bei Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Die Aufzucht kann in Behältern ab 12 cm Höhe erfolgen, die mit den Tieren mitwachsen sollten. Etwas Blumenerde, ein Kletterast, ein wenig Moos und Laub sind als Einrichtung ausreichend. Wichtig ist eine Abdeckung aus Gaze: So lässt sich einmal die Woche leicht besprühen, und trotzdem ist immer für gute Belüftung gesorgt. Eigens beheizt werden müssen die Behälter nicht. Allerdings sind Temperaturen unter 20 Grad ebenso zu meiden wie direkte Wärmeeinstrahlung durch Sonne oder andere Heizquellen. 
Interessierst Du Dich für die Haltung von Vogelspinnen im Allgemeinen, findest Du weitere Informationen hier. Was die Martinique-Baumvogelspinne betrifft, so stellt sie keine allzu großen Bedingungen an ihre Haltung. Gleichzeitig reagiert sie aber recht empfindlich auf Fehler bei Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Entscheidest Du Dich für eine Martinique-Baumvogelspinne, musst Du für diese Art also auf das Klima im Terrarium ganz besonders achten. Dann hast Du mit Caribena versicolor aber einen spektakulär anzuschauenden Pflegling, an dem Du Dich zwischen 10 und 15 Jahren erfreuen kannst.